Handbuch Der Personenzentrierten Spieltherapie

Handbuch Der Personenzentrierten Spieltherapie

Autor : Herbert Goetze
Geschlecht : Bücher, Fachbücher, Sozialwissenschaft,
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Dateigröße : 19.87 MB
Format : PDF, ePub

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Handbuch Der Personenzentrierten Spieltherapie

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten. Einleitung 'Nun hab' ich dieses Lied gemacht und diesen Text geschrieben,und ich hab’ dabei an dich gedacht!' Diese Liedzeile aus einem frühen Song von Udo Lindenberg kennzeichnet meine emotionale Stimmung, die mich beim Schreiben dieses Handbuches begleitet hat. Ich stellte mir immer wieder die Frage, wie iches meiner Leserschaft erleichtern könnte, sich mit diesem schwierigen Thema, das die personenzentrierte Spieltherapie nun einmal ist, zu befassen. Dabei könnte es viele Gründe geben, sich mit den heilenden Kräften des kindlichen Spiels zu beschäftigen. Bereits der interessierte Laie wundert sich, beobachtet er das Spiel eines Kindes auf dem Spielplatz oder im Kinderzimmer; er fragt sich unwillkürlich: Warum spielt das Kind im Puppenhaus eine Szene nach, die offensichtlich seiner häuslichen Realität nicht unähnlich ist? Viele helfende Professionen machen von den „heilenden Kräften im kindlichen Spiel' – so lautete auch einmal der Buchtitel des Schweizers Hans Zulliger – Gebrauch – oder sollten davon Gebrauch machen, wenn sie sich mit Leiden und Leidensfolgen von Kindern und Jugendlichen befassen. Da sind an vorderer Stelle die Kinder- und Jugendlichentherapeuten, zu deren Ausbildung in aller Regel auch spieltherapeutische Ansätze gehören, zu nennen. Andere Kolleginnen und Kollegen arbeiten in Erziehungsberatungsstellen und freien Praxen, aber auch in größeren Institutionen wie Kliniken, Heimen, Schulen. Therapeutische Arbeit wird jedoch auch an vielen anderen Stellen in unserer Gesellschaft geleistet, ohne dass überhaupt der Begriff der Therapie fallen würde. Mir ist also klar, dass es sich um eine Leserschaft handelt, deren heterogene Lesemotivation sich von oberflächlicher Kenntnisnahme bis zur Intensivbefassung mit diesem Thema erstreckt; m. a. W. geht es um diejenigen, die sich einfach nur darüber informieren wollen, wie diese Therapie im Vergleich zu anderen kindertherapeutischen Verfahren funktioniert, aber auch um solche Leserinnen und Leser, die das Verfahren bereits kennen, ein Leben lang praktiziert haben und wissen möchten, ob ihre eigenen Erfahrungen mit denen des Autors in Übereinstimmung stehen. Zwischen diesen Extremen lassen sich Interessenten an der personenzentrierten Spieltherapie einordnen, die am Beginn einer Ausbildung stehen, die andere Berufsinteressen als Kindertherapie haben, aber doch therapeutische Prinzipien auf die eigene Arbeit mit Kindern übertragen wollen, oder auch Studierende der Sonderpädagogik oder Sozialpädagogik, die noch auf der Suche nach Antworten auf die zugegebenermaßen schwierigsten Fragen jeder Pädagogik sind.Wer zusätzlich danach fragt, wie und wo man denn dieses schwierige Verfahren erlernen kann, wird auf wenige Anlaufadressen angewiesen sein, bei denen ich mir noch nicht einmal sicher bin, ob solche Verweise Empfehlungscharakter tragen. Wer auf der Suche nach deutschsprachiger Buchliteratur ist, wird in den Suchmaschinen der kommerziellen Buchhändler nur wenig fündig werden, und die wenigen Fachbücher erfüllen dann häufig auch nicht die Wünsche und Ansprüche, die ein Leserkreis hegt, der natürlich sehr heterogen zusammengesetzt sein wird. Neulich wurde ich Zeuge, wie eine verzweifelte Abschlusskandidatin eines der verbreiteten Werke zur Spieltherapie (,dessen Titel ich hier natürlich nicht verraten möchte,) mit großer Wut vom Tisch schleuderte und wütend schrie: „Nun habe ich das alles gelesen und weiß immer noch nicht, wie ich das anstellen soll!' Der vorliegende Text soll versuchen, genau diese Lücke zu schließen. Es geht mir nicht um eine wissenschaftliche Aufarbeitung des Gegenstandes, denn eine solche wurde und wird systematisch von meinem Kollegen Stefan Schmidtchen vom Hamburger Psychologischen Institut geleistet. Wenn Sie also über den Forschungsstand informiert werden wollen, wird der folgende Text für Sie nicht der richtige sein. Zwar habe ich mich mit der wissenschaftlichen Literatur zum Thema befasst; ich habe es mir jedoch nicht zur Aufgabe gemacht, Ihnen die personenzentrierte Spieltherapie mit Hilfe einer Synopse der derzeit vorliegenden Erkenntnisse auf Grund der vorliegenden Untersuchungsergebnisse zur Spieltherapie nahezubringen. Mit diesem Text möchte ich aber auch nicht in das Gegenteil verfallen und an der umfänglichen Ausbreitung unzähliger Fallbeispiele zu klären versuchen, was mit der personenzentrierten Spieltherapie gemeint ist. Vielleicht kennen Sie Falldarstellungen dieser Art: Zunächst ist man als Leser davon angetan, dass man sehr konkret und praktisch vorgeführt bekommt, wie ein Verfahren bei einem Kind durchgeführt worden ist. Spätestens bei Textseite 5 stellen sich jedoch erste Ermüdungserscheinungen ein; man bemerkt, dass man eine wichtige Einzelheit überlesen hat, um den Fortgang der Darstellung verfolgen zu können; schließlich blättert man weiter, um das Resümee des Autors in Erfahrung zu bringen. Meine eigenen Leseerfahrungen mit Falldarstellungen, v.a. psychoanalytischer Provenienz, waren entsprechend wenig aufbauend. Ich wurde auch zunehmend skeptisch, ob sich der Fall tatsächlich so zugetragen hat und so erfolgreich war, wie im Text behauptet, denn über die Einführung von Kontrollen wird meistens nichts berichtet. Der Fantasie des Autors bei der Ausschmückung seines Falles ist unter der Bedingung der subjektiven Schilderung ja keine Grenze gesetzt. Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es zudem erhebliche Zweifel am Erkenntnisgewinn, der sich aus narrativen Fallerzählungen ziehen lässt, wozu ich in einem anderen Zusammenhang ausführlich Stellung bezogen habe (vgl. Julius, Schlosser & Goetze, 2000). Ich werde natürlich nicht darauf verzichten können, an Beispielsituationen zu erläutern, was jeweils gemeint ist, wie eine spezielle Intervention funktionieren bzw. wie ein Verfahren auf ein Zielgruppenproblem angewendet werden könnte. Meine Beispiele tragen jedoch ausschließlich didaktischen Charakter, erheben also nicht den Anspruch einer fachwissenschaftlichen Beweisführung. Trotzdem habe ich in diesem Handbuch auf die Schilderung einer Therapie nicht verzichten mögen, weil insbesondere Leserinnen und Leser, die zum ersten Mal mit der personenzentrierten Spieltherapie in Kontakt kommen, einen Einblick in einen konkreten Therapieablauf bekommen sollen. Wer daran interessiert ist, dem rate ich, beim Lesen dieses Handbuches, mit dem letzten Abschnitt zu beginnen. Dieses Buch versucht also, eine Lücke zu schließen und auf diese Frage eine Antwort zu geben:Wie lässt sich die Arbeitsweise der personenzentrierten Spieltherapie unter den unterschiedlichsten Bedingungen kennzeichnen und beschreiben?

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