Jacques Lacan: Bericht Über Ein Leben, Geschichte Eines Denksystems

Jacques Lacan: Bericht Über Ein Leben, Geschichte Eines Denksystems

Autor : Elisabeth Roudinesco,hans-Dieter Gondek
Geschlecht : Bücher, Fachbücher, Sozialwissenschaft,
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Jacques Lacan: Bericht Über Ein Leben, Geschichte Eines Denksystems

Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten. Jacques Lacan suchte die Pest, die Subversion und die Unordnung ins Innerste jenes gezähmten Freudianismus einzuführen, dessen Zeitgenosse er war: eines Freudianismus, der sich, nachdem er den Faschismus überlebt hatte, der Demokratie so sehr anzupassen gewußt hatte, daß die Gewalt seiner Ursprünge nicht mehr zu erkennen war. Die Geschichte Jacques Lacans ist die Geschichte einer französischen, einer Balzacschen Leidenschaft. Es ist die Geschichte der Jugend eines Louis Lambert, der reifen Jahre eines Horace Bianchon und des Alters eines Balthazar Claes. Aber es ist auch die Geschichte eines Denkens, das im Anschluß an das Denken Freuds den Menschen aus dem Universum der Religion, des Okkulten und des Traums herausreißen wollte, die Gefahr in Kauf nehmend, bloß die anhaltende Ohnmacht der Vernunft, des Lichtes und der Wahrheit, dieses herausreißen zu bewerkstelligen, zur Schau zu stellen. Die beiden vorangegangenen Bände der Histoire de la psychanalyse en France [Geschichte der Psychoanalyse in Frankreich] deckten hundert Jahre freudianische Geschichte ab: von der Begegnung zwischen Freud und Charcot in der Salpetrière (1885) bis zur Einführung eines Freudianismus à la francaise, zerspalten zwischen einem internationalistischen Legitimismus und einem vielfältigen und zersplitterten Lacanianismus (1985). Auch für diesen dritten Band, der unabhängig von den beiden anderen gelesen werden kann, bleibt das Hintergrundgemälde dasselbe und ebenso die Methode. Es ist die bereits ans Licht geförderte Geschichte der Konflikte, der Filiationen, der Generationen, der Begriffe, der Meister, der Schüler, der Gruppen und der Kuren und der ewigen Wanderung von Ost nach West. Immer, wenn es sich als notwendig erwies, habe ich es in einer Anmerkung oder im Textkorpus selbst angezeigt, wenn ich auf ein bereits berichtetes Ereignis Bezug genommen habe. An einigen Stellen habe ich mich entschieden, dieselbe Geschichte ein zweites Mal zu schreiben, weil neue Quellen eine andere Perspektive, eine andere Beleuchtung ermöglichten. Geändert hat sich die Erzählweise: vom Präsens in den vorangegangenen Bänden zum Imperfekt in diesem hier. Wenn ich damit einen Weg zurück eingeschlagen habe, so habe ich das nicht getan, um die Biographie eines Meisters nachzuzeichnen, der anerkannt war als der Schöpfer einer Lehre, in der sich der Elan einer Subjektivität widerspiegelte, sondern um einzukreisen, wie durch die intellektuelle Geschichte einer Epoche hindurch ein Mann in vollem Bewußtsein der Begründer eines Denksystems sein wollte, dessen Besonderheit es war, davon auszugehen, daß die moderne Welt nach Auschwitz das Wesen der Freudschen Revolution verdrängt, verdeckt und zerbrochen hatte.

Von Aeneas Zu Romulus

Von Aeneas Zu Romulus

Autor : Hans J. Hillen
Geschlecht : Bücher, Politik & Geschichte, Epochen,
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Dateigröße : 9.07 MB